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News

25.04.2024

Wechselhafter April sorgt für verhaltenen Zuwachs

Pauline Lustig, Marion Dunker,  LUFA Rostock der LMS Agrarberatung GmbH
Dr.  Heidi Jänicke, Landesforschungsanstalt M-V, Dummerstorf

Die Woche vor dem dritten Probeschnitt war vielerorts geprägt durch ausreichend Niederschläge und vor allem frostige Nächte. Entsprechend ungünstig waren die Wachstumsbedingungen und es kam gegenüber der Vorwoche zu sehr verhaltenen Ertragszuwächsen.

Dennoch zeigt sich bei den Dauergrünlandstandorten (Mineralboden) der erwartete Rückgang der Asche- und Proteingehalte. Etwas untypisch erscheinen dagegen die gesunkenen Werte für Rohfaser und ADFom. Dies ist vermutlich auf die frostigen Temperaturen und die leichten Ertragsanstiege zurückzuführen, wodurch die Pflanzenalterung gebremst wird und durch das Wachstum gleichzeitig ein Verdünnungseffekt eintritt. Aufgrund der Nachtfröste unterbleibt zudem eine Veratmung des am Tage gebildeten Zuckers, sodass die Gehalte in dieser Woche höher als in der Vorwoche sind. Damit eng verbunden stieg auch die Verdaulichkeit (Gasbildung im HFT) an, was sich wiederum positiv auf die Energiegehalte auswirkt. Die nun zu erwartende Zunahme der Fasergehalte ist bei den aktuellen Witterungseinflüssen in Höhe und Geschwindigkeit kaum zu prognostizieren. Umso wichtiger ist es, die eigenen Bestände laufend zu beobachten. Für die nächste Woche ist durch die vorhergesagten Temperaturanstiege wieder mit deutlicheren Ertragszuwächsen zu rechnen. Der optimale Schnittzeitpunkt könnte hier bald erreicht sein.

Für die Niedermoorflächen ist nach der ersten Beprobung noch vergleichsweise viel offen, wobei für die abgebildeten Qualitätsparametern (siehe Tabelle) hohe Schwankungen zu beobachten sind. Die teilweise geringen Verdaulichkeiten und Rohfettgehalte resultieren an drei Orten in Energiedichten unter dem angestrebten Zielbereich. Mit durchschnittlich 6,7 MJ NEL/kg TM liegen diese leicht unter den Gehalten Mineralgrünlandflächen (7,1 MJ NEL/kg TM), könnten sich jedoch noch deutlich verändern. Vor allem die Erträge haben mit 13,2 dt TM/ha im Durchschnitt der Testflächen noch Luft nach oben und lassen gespannt auf die nächste Probenahme blicken.


(Rostock, 25. April 2024)

Schnittzeitpunkt_2024-3_Tabelle