Schnittzeitpunktermittlung 2018 6. Mitteilung

01.06.2018

Folgen der Trockenheit

Die ersten Aufwüchse fielen in diesem Jahr in Menge und Qualität sehr unterschiedlich aus. Die Sorge um instabile oder regnerische Witterung zum ersten Schnitt entfiel. Im Gegenteil, Sonne und Wind sorgten verschiedentlich für ein so schnelles Welken, dass der geforderte TS-Bereich von 30 bis 40 % viel schneller erreicht wurde als normal. Die Herausforderung bestand also weit mehr als in anderen Jahren in der flexiblen Organisation der Erntekette.

Naturgemäß tritt die Schnittreife auf dem Niedermoor später als auf den mineralischen Standorten ein, teilweise deutlich verzögert. Häufig ist das später aufwachsenden Untergräsern zuzuschreiben. Dieser Effekt war offensichtlich schon bei der fünften Probenahme vollständig eingetreten bzw. zum Teil schon vorüber, wie uns die Ergebnisse der letzten Beprobung nun eindeutig zeigen. Der Reifefortschritt auf dem Niedermoor entwickelte sich - ebenfalls eine Besonderheit 2018 - wesentlich zügiger als in den meisten anderen Jahren. Es gab gegenüber der Vorwoche noch weiteren Ertragszuwachs, aber bei eindeutiger Abnahme der Energiedichte, wenn auch in unterschiedlicher Höhe, und dazu die Verschlechterung der meisten Qualitätsparameter, besonders der Verdaulichkeit. Nur auf einer Fläche wurden noch die meisten Zielwerte erreicht, jedoch bei viel zu geringer Gasbildung. Die trockene, ungewöhnlich heiße Witterung hat sich vermutlich auch hier ausgewirkt.

Unser Dank gilt allen Mitwirkenden an der diesjährigen Schnittzeitpunktermittlung. Deren Ergebnisse streuten weit und zeigten deutliche Abweichungen der Analysewerte im Vergleich zu anderen Jahren. Das unterstreicht einmal mehr, dass diese wöchentliche Probenahme eine nützliche Orientierungshilfe für die Silageerzeugung vom ersten Aufwuchs darstellt.

Marion Dunker, LUFA Rostock der LMS Agrarberatung GmbH
Dr.  Heidi Jänicke, Landesforschungsanstalt M-V, Dummerstorf